Gudrun Sonnenberg: Kollege Ich

Cover Kollege Ich Die Kunst allein zu arbeiten – so lautet der Untertitel des Buches, das zu einem treuen Freund für alle werden könnte, die allein im Homeoffice mit dem inneren Schweinehund kämpfen.

Viele, die allein arbeiten, sei es als Freiberufler oder Selbstständige im Home Office, im Außendienst “on the road” oder in einer der neuen Arbeitsformen, z.B. als Teleworker, kennen es: Motivations- und Disziplinprobleme, Einsamkeitsgefühle, mangelndes Feedback zu Geleistetem oder einfach fehlendes Reflektieren der eigenen Situation wechseln sich ab mit Glücksgefühlen ob der Freiheit von Stechuhren und Chef-Allüren und der Euphorie, wenn das Business läuft.

Gudrun Sonnenberg beschreibt in ihrem Buch beide Seiten der Medaille und geht dabei sehr detailliert auf die Problemfelder ein, die sie ausführlich beschreibt und zu denen sie auch Lösungsansätze bietet. Dabei hält sie sich an realisierbare Ansätze und vermeidet Schnell-Rezepte zum Selbstcoaching, die im Alltag meist ohnehin wieder versanden.

Ihr Credo: Solo zu arbeiten macht glücklich – aber es muss zur Person passen und im Lebens- und Arbeitszusammenhang einen Sinn ergeben. Und so kommt in ihrem Repertoire an Ratschlägen auch der geordnete Rückzug vor, eine Maßnahme, die in der Literatur zum Gründen und zur Selbstständigkeit selten in solcher Ausführlichkeit beschrieben wird.

Der angenehm zu lesende Schreibstil und die schöne Ausstattung des Buches seien ebenfalls erwähnt – neben dem sehr brauchbaren Inhalt weitere Argumente für Einzelkämpfer und solche, die es werden wollen/müssen, sich den “Kollegen Ich” als Begleiter zu holen.

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Stephen Brown: Die Botschaft des Zauberlehrlings

Cover Botschaft des Zauberlehrlings
Die Magie der Marke Harry Potter

Millionen von Fans warten voller Spannung auf die neuesten Abenteuer des Zauberlehrlings. Und nicht nur die: Ganze Branchen fiebern dem Marketing-Event mit Spannung entgegen. Was ist das Geheimnis von Harry Potter?

Stephen Brown nimmt in seinem Buch Harry Potter als Marke unter die Lupe – eine äußerst kunstvolle und hoch wirksame Verknüpfung verschiedenster Storys, ein Spiel um Rätsel, Geheimnis, Enthüllung und Verschleierung: Da gibt es die Autorenstory – die jener mittellosen Frau, die auf einmal reicher wird als die Queen. Da gibt es die Buchstory – mit ihren unzähligen Ankündigungen, wann der neue Band erscheint, und ihren Mega-Partys zum Erscheinen. Und schließlich die Story der Feuilletonisten und Literaturkritiker, die das Buch mit ihrer herablassenden Kritik natürlich umso begehrenswerter machen.

“Harry Potter ist das personifizierte Marketing.” Der erste Harry-Potter-Band erschien 1997 – und was seither geschah, sprudelt der Autor in unverkennbarer Begeisterung für das Harry-Potter-Universum hervor.

Und dieses Universum ist ein Marketing-Universum. Von der überreichen Produkt- und Markenwelt in den Harry-Potter-Romanen über die PR- und Marketingstrategien der Autorin über die Filme und das Merchandising liefert Stephen Brown Einblicke, Facts & Figures und Interpretationen.

Die These: Selbst das Marketing wird hier vermarktet. Die Meldungen über Vorbestellungszahlen, Auflagenhöhen, Honorarerlöse, Lizenzverträge und Logistikleistungen am Auslieferungstag liefern der Nachfragespirale ständig Energie zu und heizen Diskussionen und Polarisierungen nur noch mehr an. Gesteuert oder nicht, spielt gar keine Rolle, Tatsache ist, es funktioniert.

Warum es funktioniert, beschreibt der Autor in den zentralen Kapiteln des Buches: “Die Konsumenten” und “Die Marke”:

“Wenn Geschichten das Rüstzeug für das Leben sind, dann sind Harry-Potter-Konsumenten bestens ausgerüstet und genießen ihr Leben in vollen Zügen. Wie tief die Leute in die Zauberwelt eintauchen, lässt sich vielleicht am deutlichsten an der Fanfiction erkennen. Dabei handelt es sich um vollständige HP-Romane, verfasst von Fans unter Verwendung von Rowlings Figuren, die auf speziellen Websites veröffentlicht werden. Laut fanfiction.net, dem wichtigsten Forum für diese Art Texte, liegen derzeit geschätzte 64.000 Ergänzungen zum Harry-Potter-Korpus vor.”

Dass sich Warner Brothers auf der Copyright-Front hier schwer tat und inzwischen auf Konsenskurs einschwenkte, ist nur ein Merkmal dieser Fankultur. (Das Cluetrain Manifest lässt recht herzlich grüßen: Märkte sind Gespräche und so weiter.)

Harry Potter als Marke verkörpert etwas, das besondere Marken besonders auszeichnet: Ambiguität. In diesem Fall: die Spannung zwischen den Polen Magie und Alltäglichkeit.

“Ganz offenkundig werden die alten Prinzipien des Markenbrandings, in der eine individuelle Marke für eine und nur eine Sache steht, durch die Einsicht ersetzt, dass das Branding ein mehrdeutiges Geschäft ist. Mehrdeutigkeit lässt sich allerdings nicht so einfach verkaufen. ‘Ambi-Brand’ zählt nicht zu der Art von Neologismus, die dazu angetan ist, die weltweiten Vorstandsetagen im Sturm zu nehmen.” Also nennt Stephen Brown diese Marken “Regenbogen-Marken“:

“Sie lassen uns innehalten. In einer Welt der adjektivischen Inflation, in der großartig normal bedeutet, exzellent gut ist und fantastisch von Mittelmäßigkeit zeugt, erinnern uns Regenbögen an die wirkliche Bedeutung der Adjektive, daran, was wahre Größe ist. Gucci. Rolex. Lamborghini. Die Simpsons. Harry Potters Feuerblitz.”

Lesen! grin

Erschienen bei Hanser – bestellbar bei Amazon

Hauser/Hauser/Wenz: Das HTML/CSS Codebook

HTML/CSS CodebookNeu auf eDs Schreibtisch: Das HTML/CSS Codebook von Addison Wesley. HTML und CSS bestimmen Form und Inhalt von Websiten, jeder Webmaster und Webdesigner hat also damit zu tun. Addison-Wesley geht mit dem Codebook einen ganz neuen Weg und bietet den Lesern sofort umsetzbare Lösungen für die täglichen Aufgaben bei der Website-Gestaltung als Kombination aus Nachschlagewerk und CDROM.

Während bei vielen anderen Buchprojekten an der Ausstattung und in der Herstellung gespart wird, gibt es hier ein sehr angenehmes, gut lesbares Layout (mit grün als Akzentfarbe), es gibt ein praktisches Griffregister und ein praktisches Lesebändchen. Der Stoff ist sinnvoll gegliedert, es gibt drei Teile: Teil I “Einführung” mit Grundlagen zu HTML und CSS, Teil II mit den “Rezepten” und Teil III als “Referenz” mit CSS- und HTML-Befehlsverzeichnisen, tabellarischen Übersichten, Glossar und Stichwortverzeichnis.

Vor allem die “Rezepte”, die über 80 Prozent des Buches ausmachen, sind thematisch gut strukturiert. Aus dem Inhalt:Textgestaltung, Absätze, Links, Grafiken + Hintergründe, Listen, Tabellen, Formulare, Frames, Positionierung + Layout, Plugins + Multimedia, Browser-Besonderheiten, Meta-Tags + Suchmaschinen, Accessibility + Usability und ein “Blick über den Tellerrand”. Die Überschriften der insgesamt 344 Rezepte ermöglichen es, sehr rasch die gesuchte Lösung zu finden. So lauten die Rezepte beispielsweise 173 Mehrfaches Versenden von Formularen verhindern oder 209 Positionierung von CSS verstehen und 281 Automatische Weiterleitung mit serverseitigen Mitteln.

Insgesamt ein sehr ambitioniertes und gelungenes Projekt, bei dem nicht nur die Autoren bei der Auswahl der Beispiele auf praktischen Nutzen gesetzt haben, sondern auch seitens Verlag und Herstellung dieser Nutzwert durch innovative Ideen bei der Umsetzung (Griffregister u.ä.) auch im endgültigen Produkt manifestiert wurde. Sehr nützlich für alle, die viel in der Welt des Webdesigns unterwegs sind!

Marianne Hauser, Christian Hauser, Tobias Wenz
Das HTML/CSS Codebook, m. CD-ROM
Addison-Wesley, München, Mai 2005
99,95 Euro

Das Buch bei Amazon…

Eine ausführlichere Rezension gibt es in unserem neuen eDings Buchshop.

Weixlbaumer/Ciresa: IT-Projekte in Österreich

IT-Projekte in Oesterreich Wer kennt sie nicht: Dicke Wälzer, die Projektmanagementwissen vermitteln wollen, aber oft den Praxisbezug vermissen lassen. Das ist hier anders. Entgegen dem, was der Titel vermuten lässt, liefert das Buch praxisnahes Management-Wissen für die effektive Durchführung von IT-Projekten. Dabei gehen die Autoren zwar auch auf österreichspezifische Rechtsfragen ein, das Buch lässt sich jedoch auch außerhalb Österreichs mit Gewinn lesen.

Elmar Weixlbaumer war als Projektleiter für verschiedene internationale IT-Großprojekte in unterschiedlichen Branchen verantwortlich – ein Mann aus der Praxis also. DDr. Meinhard Ciresa ist Wirtschaftsanwalt in Wien und steuert das Wissen über IT- und Lizenzrecht sowie die Internet-Rechtsprechung bei.

Das im Manz-Verlag, Wien, erschienene Buch der beiden Autoren profitiert aus diesem reichen Erfahrungsschatz, ist gut zu lesen (auch für Einsteiger in das Thema) und liefert zudem zahlreiche Handreichungen in Form von Musterdokumenten, die per Download bezogen werden können.

Allein: Der Titel ist unglücklich gewählt. Unter “IT-Projekte in Österreich” würde man eher eine Fallbeispiel-Sammlung erwarten. Zudem ist der überwiegende Teil der Informationen nicht österreich-spezifisch: Die landesspezifischen Besonderheiten sind im Gegenteil explizit gekennzeichnet. Gerade Projektneulinge, die aus den immer wieder eingestreuten Beispielen aus dem Projektalltag den größten Nutzen ziehen könnten, werden so vom Titel unnötigerweise abgeschreckt.

Inhaltlich schlägt das Buch einen weiten Bogen:

  • Im ersten Teil geht es allgemein darum, was Projekte generell und IT-Projekte im Besonderen auszeichnet: Wie erkennt man ein IT-Projekt? Welche Interessen haben die Projektbeteiligten? Wie stellt man ein gutes Projektteam auf?
  • Im zweiten Teil behandeln die Autoren dann die Projektplanung: Angefangen von der Angebotserstellung über Vertrags- und Kalkulationsfragen bis zu Planungstechniken, Projektmanagement-Software und der richtigen Dokumentation reicht hier das Spektrum.
  • Im dritten Teil geht es um die eigentliche Projektarbeit und vor allem um Fragen der Kommunikation und Teamführung.
  • Der abschließende vierte Teil widmet sich der Qualitätssicherung sowie dem Projektabschluss und der Übergabe.

Abgerundet wird das Buch durch ein Glossar (das gerade für Einsteiger hilfreich ist) sowie ein weiterführendes Adress- und Literaturverzeichnis. Gut gelöst ist auch die Gestaltung des Buches: verschiedene Icons markieren wichtige Hinweise, Fallstricke (“How to kill a project”) sowie österreichspezifische Textteile oder weisen auf verfügbare Arbeitshilfen hin.

Eine nützliche Lektüre, die gerade unerfahrenen Projektleitern ans Herz gelegt werden kann.
Das Buch ist über Amazon erhältlich…

Lothar Seiwert: Die Bären-Strategie

Cover Baerenstrategie In der Ruhe liegt die Kraft. Sagt der Bär. Und der Zeitmanagement-Coach Lothar Seiwert, erklärter Fan der bärigen Gesellen, sagt das auch. Die Bären-Strategie ist eine Geschichte für Erwachsene, die uns anregt, über unsere Lebensvisionen, Ziele und Wünsche nachzudenken und uns den Weg zu mehr Gelassenheit weist.

Der gefragteste deutsche Coach zum Thema Zeit- und Selbstmanagement ist ein Bärenfan. Bären stehen für Ruhe und Kraft. In Lothar Seiwerts neuem Buch, einer amüsanten Fabel, bringen sie den anderen Tieren bei, wie sie Zeitnöte und ihr Leben in den Griff bekommen. Der Plot mag manchem abgeklärten Gemüt etwas banal erscheinen, aber spätestens beim Betrachten der Bärencartoons (coole Armbanduhr, die er da trägt) wird der Leser, die Leserin von Rührung überbärt und kann nicht mehr aufhören zu lesen, bis die Geschichte zu Ende ist.

Die “Lehre vom Zeitmanagement” wird humorvoll und eingängig vermittelt – und wer wäre sich nicht auch schon mal wie Beate Biene (emsig, aber immer überarbeitet), Harry Hase (überfordert und hektisch), Hans-Rudolph Hirsch (bequem und planlos) oder eines der anderen im Buch versammelten Tiere vorgekommen? Schmunzelnd liest man sich durch den “fabelhaften” Text, freut sich über die vielen süßen Bilder und hat am Ende der Lektüre die seiwertschen Regeln sinnvoller Lebensgestaltung auf fast spielerische Art verinnerlicht.

Und: Das Buch eignet sich hervorragend als Geschenk für notorische Zeitmanagement-Verweigerer!

Die Bären-Strategie gibt es bei Amazon!