Wirtschaftswoche testet Zukunft des E-Publishings

Beim eMagazin der WirtschaftsWoche kann sich derzeit jeder (noch kostenlos) anschauen, wie sich die Verlagsgruppe Handelsblatt die Zukunft des E-Publishings vorstellt.

Derzeit steht eine interaktive Version der ‘WiWo’ im Internet, die nach Verlagsangaben erstmals alle technischen Möglichkeiten des E-Publishing nutzt. Sowohl bei den redaktionellen Beiträgen als auch in den Anzeigen wurden interaktive Funktionen eingebaut. Anzeigen werden beispielsweise mit den Websites der Werbetreibenden verlinkt und auch animierte und interaktive Werbemotive sind möglich. Bei redaktionellen Beiträgen ergänzen unter anderem weiterführende Links das Angebot.

Prinzipiell eine interessante Idee. Aber ich finde die Nutzung sehr umständlich – will man Texte lesen, so poppen sie in eigenen Layern auf, die oft ungeschickt platziert sind. Wo sich welche Klicks lohnen und wo Interaktivität lauert, ist nicht unmittelbar klar. So hat der Leser erst einmal eine erhebliche Eingewöhnungsphase.

Und ob die Anzeigenkunden mittelfristig bereit sind, “interaktivere” Werbeformen für E-Publishing-Angebote zu entwickeln, bleibt abzuwarten. Bei vielen Anzeigenkunden fehlt hier zumindest heute noch das Know-how in diesem Bereich, auch viele Werbeagenturen zeigen sich noch überfordert. Zudem sind zumindest animierte Elemente auch mit höheren Erstellungskosten verbunden – und es ist fraglich, ob die Nutzer dieser Werbeformate auf breiter Front annehmen werden.

Die Klickraten des Prototyps wird man jedenfalls kaum zugrunde legen können … denn hier klicken viele Nutzer erst mal auf allen. Einfach um auszuprobieren, was überhaupt passiert. Und nicht aus wirklichem Interesse. Aber unsere Leser können es ja selbst testen: Einfach auf wiwo.de surfen und dann links auf “eMagazin” klicken!

CeBIT Countdown

“CeBIT-Konjunktur ist angesprungen – Investitionsbereitschaft der Unternehmen deutlich gestiegen – Fachhandel und Mittelstand treiben das Geschäft – Mehr Besucher pro Messetag” … so die Messeleitung zum Abschluß der CeBIT 2004. Aber was ist das:

2001: 830.000
2002: 674.000
2003: 560.000
2004: 510.000
2005: ???.???

Nein, das ist nicht die Preisentwicklung für Supercomputer oder ähnliches, sondern die Besucherstatistik der CeBIT in den vergangenen Jahren. Vielleicht haben Sie es ja auch bei der Berichterstattung bemerkt: Die Hallen wirken immer leerer, nur wenige Stände sind wirkliche Publikumsmagneten.

Klar – über 500.000 Besucher sind noch immer reichlich – wenn auch 10 Prozent weniger als im vergangenen Jahr. Fragt sich nur, ob die Besucherentwicklung wirklich Anzeichen für einen Aufschwung enthält. Und für die Messeleitung mag es durchaus ein Erfolg sein, dass ein Viertel aller Besucher aus dem Ausland kam. Aber irgendwie fehlt da was. Und so wurden die Veranstalter nicht müde zu betonen, dass die Investitionsbereitschaft der (befragten) Besucher niemals höher gewesen sei als in diesem Jahr und dass 57 Prozent der Aussteller mit der CeBIT 2004 zufrieden seien und die Lage der Branche günstig bis sehr günstig einschätzen. Dass andere monierten, die Messe verkomme immer mehr zur Show für Unterhaltungselektronik und der einst so wichtige Profi-Charakter würde immer weiter in den Hintergrund gedrängt, vergessen wir einfach ganz schnell. Schließlich ist die CeBIT trotz aller Unkenrufe noch immer die weltgrößte ITK-Messe!

Location Based Services kontra Datenschutz?

Peter Schaar ist der Bundesbeauftragte für den Datenschutz. Also jemand, der den Blick auf die Rechte des Users, des “kleinen Mannes” richtet … und manchmal Dinge moniert, die so manchem Konzern nicht ganz in den Kram passen.

Nun hat Herr Schaar auf der CeBIT ein interessantes, weil “gehyptes” und für die Konzerne möglicherweise lukratives Business angesprochen, das quasi vor der Tür steht: Location Based Services. Darunter versteht man Dienste, die zum Beispiel per Handy standortbasiert Shopping-Empfehlungen, Navigationshinweise, Hoteltipps und vieles andere mehr versprechen. Damit das funktioniert, muss natürlich der Standort des Nutzers bekannt sein. Und möglichst viele Profildaten – schließlich wäre die McD-Werbung für den Gourmet ebenso sinnlos wie der Hinweis auf das Spitzenrestaurant für den Fastfood-Jünger.

Doch zurück zu Herrn Schaar. Der betonte nämlich, dass die Betreiber von Location Based Services aus Sicht des Datenschutzes die Zustimmung eines jeden Nutzers braucht, um diese Services überhaupt anbieten zu können. Ja, mehr noch: Die Einwilligung kann nicht pauschal erfolgen, sondern der Nutzer muss jederzeit in der Lage sein, sie zu widerrufen – auch zeitlich befristet. Und zudem hat der Nutzer das Recht, die über ihn gespeicherten Daten einzusehen und eine Löschung zu veranlassen. Keine rosigen Aussichten für die Diensteanbieter … aber ein wenig Hoffnung darauf, nicht ganz zum Spielball der Anbieter zu werden.

Karina Matejcek, Petra A. Bauer: Mama im Job

Familie managen, Karriere gestalten, Alltag organisieren

Mal wieder schamlose Werbung für eine Produktion aus dem eigenen Haus – auch wenn Karina sich selbst nicht traut…

Das neue Buch von Karina in Zusammenarbeit mit Petra A. Bauer widmet sich dem Alltag der “Working Moms”. Mama im Job: Familie managen, Karriere gestalten, Alltag organisieren – die beiden Autorinnen zeigen, dass sich Familie und die eigene Karriere nicht gegenseitig ausschließen: Selbstverständlich kann man beides haben!

Das Buch zeigt anhand von vielen Praxisbeispielen, wie frau die Rolle der “Working Mom” aktiv gestalten und Familie, Beruf und persönliche Weiterentwicklung bewusst so verknüpfen kann, dass die Mütter selbst, aber auch die Familien und der Arbeitgeber profitieren. Viele Praxistipps zur Gestaltung des Arbeitsumfeldes, zu Weiterbildung, Networking und Work-Life-Balance machen es zu einem nützlichen Ratgeber. Die immer wieder eingestreuten Fallbeispiele und Zitate zeigen zudem, wo andere “Working Moms” mit Schwierigkeiten zu kämpfen hatten und wie sie diese aktiv meistern.

Ein wertvoller Ratgeber, den ich Korrektur lesen durfte grin
Mama im Job bei Amazon bestellen…

Ein Drittel der Waren kommt nicht an?

In den letzten Tagen kursiert eine Meldung, die besagt: Ein Drittel aller im Internet bestellten Waren kommt nicht an.

Dass diese Aussage Blödsinn ist, sollte eigentlich jedem Redakteur, der auch nur mit halbem Auge hinguckt, sofort klar sein.

Der Ursprung dieser Meldung liegt in der deutschen Zusammenfassung einer englischsprachigen Studie: Der Europäische Online-Markt – Verbraucherbeschwerden in Europa. Dort wird eine Untersuchung beschrieben, die 1.800 Kundenbeschwerden von Online-Käufern in verschiedenen europäischen Ländern unter die Lupe nahm.

In dieser Zusammenfassung findet sich die missverständliche Formulierung: “Von den registrierten Beschwerdefällen war die Nichtlieferung von Waren am bedeutendsten. Rund ein Drittel der bestellten Waren kam nicht beim Empfänger an, rechnet die Studie vor.” Es sollte wohl lauten: Etwa ein Drittel dieser Beschwerden bezog sich auf nicht gelieferte Ware (mit länderspezifischen Unterschieden im Durchschnitt 41%).